10 Februar 2013

Dominikanischer Rechnungshof deckt Korruptionsfall im Radsportverband auf


Santo Domingo.

Bei einem Audit des Dominikanischen Rechnungshofes wurden Unregelmäßigkeiten, Geldverschiebungen und Bestechungsfälle aufgedeckt.



Im Zentrum der Korruptionsfalles stehe der Vorstand des Dominikanischen Radsportverbandes (FEDOCI) und Inhaber eines Radsportgeschäftes, Juan Luis Rodriguez Fernandez (Foto), erklärte der Rechnungshof in einer Pressemitteilung.
Die Firma Aro y Pedal verkauft und repariert Fahrräder, Sportartikel und Fahrradzubehör.

Im August 2001 sicherte Rodriguez in einem Brief an die Vorsitzenden der Verbände Dominikanischer Radfahrer zu, dass er keine geschäftlichen Beziehungen zu dem Radfachgeschäft habe. Er versprach damals schriftlich, dass der Betrieb zwar aus dem Umfeld seiner Familie geführt werde, er aber jede Bevorteilung durch sein Amt als Verbandspräsident ausschließe, weil er weder sein Amt noch den Familienbetrieb, der über Jahre aufgebaut wurde, gefährden wolle.

Rückwirkend wurde nun festgestellt, dass seit dem Jahr 2004 die Firma Aro y Pedal verschiedene Aufträge über mehrere Millionen Pesos vom Radsportverband erhalten habe.
Mit diesen Geschäften, die von Rodriguez abgeschlossen wurden, habe er nicht nur sein Versprechen gebrochen, er habe auch gegen die Gesetze für die Beschaffung von Dienstleistungen, Arbeiten und Gütern mit öffentlichen Mitteln verstoßen, so der Rechnungshof.
Aufgrund des Inhaltes des Schreibens, das Rodriguez an den Verband schickte, gehen die Richter des Rechnungshofes davon aus, dass dies vorsätzliches Fehlverhalten und Gesetzesverstöße seien.

Alleine im Jahr 2009 wurde die Bestätigung von Aufträgen des Verbandes unter Führung von Rodriguez an das Radsportgeschäft von über 5,6 Millionen Pesos für Fahrräder und Reparaturdienstleitungen gefunden. Auch im Jahr 2012 wurden Belege gefunden, die bestätigen, dass Einkäufe von mehr als 1,9 Millionen Pesos vom FEDOCI bei der Firma Aro y Pedal getätigt worden seien, die von Herrn Juan Luis Rodríguez Fernández unterzeichnet wurden.
Andere Firmen seien an den Geschäften mit dem Radsportverband nicht beteiligt gewesen, so der Rechnungshof.

Die Richter des Rechnungshofes beklagten zudem, dass der FEDOCI kein integriertes System der Finanz-und Buchführung seiner Geschäfte führe. Zudem würde der Radsportverband keinerlei Kontrollen seiner Finanzen vornehmen. Es wurden auch bereits Geldbußen von mehr als 25.000 Pesos für steuerliche Verstöße gegen die Verbandsführung verhängt. In den Abrechnungen des Verbandes wurden auch Zahlungen an mutmaßliche Trainer gefunden, die tatsächlich Mitarbeiter der Firma Aro y Pedal seien, fügte der Rechnungshof seiner Klage in detaillierterer Form an.
Mehrere Mitarbeiter der Firma Aro y Pedal stünden zwar auf der Gehaltsliste der FEDOCI, hätten aber keine Funktionen im Verband wahrgenommen, fanden die Rechnungsprüfer heraus.

Aufgedeckt wurden auch Zahlungen des Verbands an Bella Vista Hotel, das angeblich Radfahrer während der Nationalen Radrundfahrt 2008 beherbergte. Merkwürdig erschien, dass die Zimmerpreise des Hotels, das ebenfalls in Besitz der Familie Rodriguez Fernandez sei, plötzlich um ein Vielfaches angehoben und dadurch die Preise von Luxushotels überschritten worden seien
Die Liste der Unregelmäßigkeiten, welche die Rechnungsprüfer beklagen, setzte sich noch um einige weitere Positionen fort.

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