14 Januar 2013

"Lateinamerika ist die einzige Region der Welt mit steigender Mordrate"

Viña del Mar, Chile.

Dir Zahl der Raubüberfälle in Lateinamerika und der Karibik habe sich in den letzten 25 Jahren verdreifacht, berichtete das Forum für Bürgersicherheit in Lateinamerika.


In der vergangenen Woche trafen sich Vertreter lateinamerikanischer Länder und lateinamerikanischer Organisationen zum Forum für Bürgersicherheit in Viña del Mar, Chile.
Organisiert wurde die Veranstaltung vom Programm für Entwicklung der Vereinten Nationen (UNDP). 

Hier wurde auch festgestellt, dass Lateinamerika die einzige Region der Welt sei, in welcher die Mordrate im letzten Jahrzehnt anstieg. 
Insgesamt sei die Mordrate in Lateinamerika um 11% in den letzten zehn Jahren gestiegen, so das statistische Ergebnis.

Unsicherheit sei das größte Problem für die Bürger dieser Region, sagte Heraldo Muñoz, UNDP Regionaldirektor.

Honduras weist mit 82 pro 100.000 Einwohner die höchste Mordrate in Lateinamerika auf. Weltweit liegt der Durchschnitt bei 6,7 Morden je 100.000 Einwohner.
Jeden Tag werden in der Region 460 sexuelle Übergriffe erfasst. Opfer sind vor allem Frauen, die auch am häufigsten unter der überwiegend "unsichtbaren" häuslichen Gewalt leiden.

Muñoz kommentierte diese Daten und sagte: "Es gibt ein Problem, was den Umgang der Regierungen sowie der Strafverfolgungs- und Justizbehörden mit dieser Situation der Unsicherheit in den Ländern Lateinamerikas angeht."
Statt die Qualität in den Behörden zu verbessern, wäre in den letzten Jahren auf Quantität gesetzt worden, so der UNDP Regionaldirektor. 
Die Zunahme der Ungleichheit und Ungerechtigkeit sowie mangelnde Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen seien weitere Faktoren, welche diese negativen Tendenzen unterstützen, fügte er an.
Das Auseinanderdriften der Familien und Freundeskreise habe den Abbau von direkter Verbundenheit in den Familien und der Nachbarschaft verursacht und habe das soziale Gefüge verletzt, so Muñoz weiter.
Darüber hinaus habe sich das organisierte Verbrechen durch internationale Netzwerke verbündet und die Kooperation der Staatsorgane der lateinamerikanischen Länder sei hingegen "ungenügend", erläuterte der UNDP-Vertreter.

Teilnehmer des Treffens in Viña del Mar waren unter anderem der chilenische Präsident Ricardo Lagos, die Hauptsekretärin der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL), Alicia Bárcena, und der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), José Miguel Insulza.

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