Santo Domingo.
Das Ministerium für Kultur in der Dominikanischen Republik verteidigt über Twitter ihre Entscheidung zur Zulassung eine Gruppe von „Karnevalisten“, die am großen Sonntagsumzug in der Hauptstadt Santo Domingo in Kostümen des Ku Klux Klan (KKK) mitliefen.
Jede Gruppe sei frei in der Wahl ihres Themas und der Verwendung und eigenverantwortlich für den Ausdruck ihrer Kostüme, so das Ministerium über Twitter.
Diese Mitteilung wurde wie folgt ergänzt: „Die Dominikanische Republik ist ein " freies Land " , wo die Menschen in Freiheit, ihre Kreativität zum Ausdruck bringen können."
Später wurde getwittert, dass man angenommen habe, dass die Kostüme Kritik an der KKK-Organisation und der von ihr Vertretenen Ideologie der Vorherrschaft der weißen Rasse ausdrücken würden.
Schon am Abend des Umzugtages wurden in den sozialen Netzwerken Proteste und Kritik an der Zulassung der KKK-Gruppe öffentlich ausgedrückt.
Dieser Unmut nahm in den folgen Tagen weiter zu, nachdem immer mehr Medien darüber berichtet hatten.
Anmerkung:
Ohne die Reaktion des Ministerium für Kultur hielten wir, trotz Kentnisname, das Thema für wenig interessant.
Zudem wollten wir solchen Gruppen, die aus unserer Sicht „Fehl am Platze“ waren, keine Bühne bieten.
Die Stellungnahme des Ministeriums allerdings, hat uns nun doch bewegt, das Thema aufzugreifen. Diese Reaktion zeigt einmal mehr die Unbelehrbarkeit oder „Unfehlbarkeit“ der dominikanischen Institutionen.
Die Einsicht, dass die Zulassung der Gruppe ein Fehler gewesen sein könnte, oder einfach nur geschmacklos, fehlte wieder einmal.
In einem lateinamerikanischen Blog wurde es sehr treffen kommentiert: „Wenn die KKK-Prozession humorvoll oder satirisch sein sollte, ist dies offensichtlich gescheitert!“
Aus Wikipedia:Der Ku-Klux-Klan (KKK) ist ein rassistischer Geheimbund in den Südstaaten der USA. Ziel des Klans war nach der Gründung am 24.
Dezember 1865 vor allem die Unterdrückung der Schwarzen. Seine Gewalttaten richteten sich zunächst gegen Schwarze und deren Beschützer sowie gegen die zahlreichen ehemaligen Nordstaatler, die vom Wiederaufbau des Südens (Reconstruction) nach dem Sezessionskrieg profitieren wollten. Es handelte sich um eine paramilitärische Gruppierung, die versuchte, ihre politischen Ziele mit Terror und Gewalt zu erreichen und um 1870 aufgelöst wurde. 1915 wurde der Klan als eine nativistische Massenorganisation neu gegründet.
Mit bis zu vier Millionen Mitgliedern (1924) verfolgte dieser Klan eine Politik weißer Suprematie insbesondere gegenüber Afro-Amerikanern, aber auch einen militanten Antikatholizismus und Antisemitismus.
Nach dem Zweiten Weltkrieg formierten sich verschiedene, voneinander unabhängige Gruppen als Ku Klux Klan, die Gewaltakte gegenüber tatsächlichen oder vermeintlichen Vertretern der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung verübten.
Die Mitglieder des Klans nennen sich selbst Knights of the Ku Klux Klan („Ritter des Ku-Klux-Klans“). Das klandestine, geheimpolitische Netz der Organisation ist bei Mitgliedern unter dem Namen Invisible Empire („Unsichtbares Reich“) bekannt. Es gibt enge Verbindungen des Klans zu anderen rassistischen Gruppierungen, wie zum Beispiel der World Church of the Creator, einer Glaubensgemeinschaft, die in der Vergangenheit u. a. durch die Verbreitung rassistischer Computerspiele über das Internet aufgefallen ist.
In Kanada, Australien und mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland, gibt es Zweigorganisationen des Klans.
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